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Wie zukunftsfähig ist unser Geschäftsstellennetz? Sind die Standorte richtig positioniert? Wo muss optimiert werden? Eine Analyse des Filialnetzes durch die snc Bayern hat der Sparkasse Bayreuth im Jahr 2010 Antworten auf diese Fragen gegeben. |
Versiegende Ertragsströme zwingen die Sparkassen zu einem radikalen Umdenken und zu weitreichenden Konsolidierungsmaßnahmen. Davon ist bei den flächendeckend operierenden Instituten vor allem der stationäre Vertrieb betroffen, wenn auch die Grundstrategie immer wieder überdacht wird. Zwar stellt die Präsenz der Sparkassen in der Fläche einen der wesentlichsten Wettbewerbsvorteile der Sparkassenorganisation dar. Gleichzeitig aber verursacht die hohe Präsenz außerordentlich hohe Kosten. Umso mehr gilt es, alle Vertriebskanäle – und damit auch das Geschäftsstellennetz – zielgerichtet an die Kundenbedürfnisse der heutigen Zeit und vor allem der Zukunft anzupassen.
Die Sparkasse Bayreuth ist mit 40 Geschäftsstellen inklusive der Geldautomaten-Standorte das bedeutendste Kreditinstitut im Großraum Bayreuth. Mit der zunehmenden Bedeutung medialer Vertriebs- und Kommunikationswege zwischen Sparkasse und Kunde und sich immer schneller verändernden Kundenströmen muss jedoch die Flächenpräsenz überdacht und innerhalb eines gesamtheitlichen Multikanalmanagements betrachtet werden. Trotz der immer dynamischeren Veränderungen und damit verbundenen Herausforderungen im Geschäftsgebiet, war ein pauschaler Rückzug aus der Fläche nicht das Ziel der Sparkasse Bayreuth. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Sparkasse sollte das zukünftige Geschäftsstellennetz und der Auftritt des stationären Vertriebs sowohl im Kontext der aktuellen als auch der zu erwartenden Kundenbedürfnisse analysiert werden. Die Analyse sollte zeigen, ob die Standorte der Sparkasse weiterhin richtig positioniert sind. Im Rahmen eines Teilprojektes wurde die snc Bayern beauftragt, das aktuelle Filialnetz auf dessen Zukunftsfähigkeit hin zu untersuchen und in diesem Rahmen für ausgewählte Standorte eine aussagekräftige Expertise zu erstellen. Diese sollte dem Vorstand eine objektive Entscheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen bieten.
Die Basis des Projektes Filialnetzanalyse war neben der quantitativen Bewertung der einzelnen Standorte auch der sogenannte GS-Optimizer©. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, über einheitliche und dadurch objektive Bewertungsverfahren ein zukunftsfähiges Filialnetz zu entwickeln, das sich an der strategischen Ausrichtung der Sparkasse orientiert.
Bei einer Überprüfung des stationären Vertriebsangebotes müssen neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten vor allem auch soziodemografische und sozioökonomische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. In ländlichen Gebieten bedingen häufig gerade diese Größen das Entstehen oder Abwandern des Einzelhandels. Von diesen Veränderungen ist derzeit auch ein Großteil des Geschäftsgebietes der Sparkasse Bayreuth stark betroffen. So wurden bei der Standortbewertung auch die Kundenorientierungen und -potenziale berücksichtigt.
In einem weiteren Schritt wurde über sogenannte verbalisierte Paarvergleiche die Strategie der Sparkasse abgefragt. So war es den Entscheidungsträgern der Sparkasse Bayreuth schnell möglich, eine konsistente Gewichtung der bewertungsrelevanten Standortfaktoren festzulegen. Zudem konnten über Simulationsanalysen auch zukünftige Veränderungen der strategischen Stoßrichtung mit berücksichtigt und ausgewertet werden.
Des Weiteren wurden über ein standardisiertes Bewertungsverfahren alle Standorte im Geschäftsgebiet der Sparkasse Bayreuth miteinander verglichen und auf einer einheitlichen Basis bewertet. Ein Vergleich über die Grenzen des Geschäftsgebietes hinaus stellt bei einer objektiven Bewertung und den durchaus heterogenen Geschäftsgebieten in Bayern keine zielgerichtete Vergleichsgrundlage dar.
Die Ergebnisse wurden anschließend in das Analyse-Tool GS-Optimizer© eingelesen und dort für weitere Simulationsverfahren vorbereitet. Diese Softwarelösung ermöglicht die Verknüpfung der kennzahlenorientierten Analyse mit der geografischen Sicht auf das Geschäftsgebiet. Der GS-Optimizer© der snc Bayern erstellt – unter Berücksichtigung der dem Kunden maximal zumutbaren Kilometeranzahl zur jeweils nächstgelegenen Geschäftsstelle – ein optimiertes Filialnetz, das zudem die zuvor festgelegte, in Gewichtungsfaktoren gemessene Strategie der Sparkasse berücksichtigt.
Gleichzeitig liefert das Instrument aber auch klare Argumente und zeigt, wo Geschäftsstellen redundant bzw. zur Abdeckung des Geschäftsgebietes nicht erforderlich sind. Diese Aussagen sind gerade im politischen Entscheidungsprozess oft von großer Bedeutung. Das hat die Erfahrung aus Projekten zusammen mit mehreren Sparkassen bereits gezeigt. Das System gibt zudem Hinweise darauf, ob der Standort in seiner bisherigen Form für die Zukunft sinnvoll erscheint. Dabei kann auch ein Umzug an einen potenzialträchtigeren Standort innerhalb eines Ortes oder einer Stadt eine Option darstellen.
Neben der bisher rein quantitativen Sicht auf die Geschäftsstellen ist es unerlässlich, auch die „weichen“ Standortfaktoren zu bewerten. Im Auftrag der Sparkasse fand deshalb eine Standortbesichtigung statt, um die Außenwirkung der Geschäftsstellen und den Betrachtungswinkel der Kunden mit in die Bewertung einfließen zu lassen. Zudem konnten durch Interviews mit vor Ort tätigen Sparkassenmitarbeitern weitere wichtige Informationen gewonnen werden. Zusammen mit der Identifikation möglicher Standortalternativen rundeten diese „weichen“ Faktoren die Bewertung der Standorte ab.
Die snc Bayern erarbeitete für jede Geschäftsstelle ein aussagefähiges Management Summary (siehe unten), um eine objektive und für Dritte nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für den Vorstand vorzulegen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Sparkasse durch ein stringentes Management der eigenen Standorte in den letzten Jahren bereits gute Erfolge erzielen konnte. In Anbetracht der zukünftig zu erwartenden Entwicklungen an den Standorten konnte die snc Bayern zusätzlich Empfehlungen und Optimierungsansätze aufzeigen.

Die Sparkasse Bayreuth hat in Zusammenarbeit mit der snc Bayern eine objektive Analyse des Geschäftsgebietes erhalten und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft getan. Denn für die Sparkassen ist in der heutigen Zeit eine richtige Positionierung im Geschäftsgebiet unerlässlich. Nur so können sie sich auf die Kundenanforderungen schnell, dynamisch und zukunftsorientiert ausrichten. Die Filialen sollen gerade im Kontext eines strategischen Multikanalmanagements die Vertriebsstrategie der Sparkasse für die nächsten Jahre unterstützen und ermöglicht ihr neben Kosteneinsparungen auch eine weiterhin hohe und zielgerichtete Präsenz in der Fläche und eine starke Wettbewerbsposition.