Sparkasse Landshut-Analyse und Optimierung Kreditgeschäft

Sparkasse Landshut-Analyse und Optimierung Kreditgeschäft

Die Sparkasse Landshut hatte im Jahr 2010 die snc Bayern mit einer Situationsanalyse des gesamten Kreditbereiches einschließlich ausgewählter Vertriebsbereiche beauftragt.
In den Jahren 2008 und 2009 hatte die Sparkasse Landshut deutliche Zuwächse im Baufinanzierungsbereich – sowohl hinsichtlich des Volumens als auch der Antragsstückzahlen – zu verzeichnen. Ausgelöst wurde diese Entwicklung unter anderem durch  einen Boom im Bereich der Photovoltaikanlagen. Die Durchlaufzeiten im Bereich der Kredit Marktfolge für das Privatkundengeschäft waren massiv angestiegen und so für das Gesamthaus nicht mehr akzeptabel.

Hinzu kam eine sehr dezentrale Aufstellung des Vertriebs im Bereich der Baufinanzierung. Die Beratung erfolgte in allen 50 Geschäftsstellen durch alle Kundenberater (ca. 200 Personen) – die daraus resultierende Einlieferqualität zog entsprechenden Mehraufwand für die Kredit Marktfolge nach sich.
Diese unzufriedenstellende Entwicklung sowie die Erfahrungsberichte anderer Sparkassen über die Notwendigkeit der Anpassung der Kredit- als auch Vertriebsprozesse mit Einführung von OSPlus Kredit hat dazu geführt, die snc Bayern mit einer Situationsanalyse des gesamten Kreditbereiches einschließlich ausgewählter Vertriebsbereiche zu beauftragen. Die Situationsanalyse des gesamten Kreditbereiches sowie ausgewählter Vertriebsbereiche sollte die Grundlage für eine später geplante Konzeptionsphase schaffen und einen Anhaltspunkt für die zeitliche Priorisierung einzelner Themen geben.

Anfang 2010 wurde webbasierend bei allen Mitarbeitern der Marktfolge Kredit sowie einzelnen Vertriebsmitarbeitern die Verteilung der Arbeitszeit auf detaillierte Tätigkeiten erfragt. Über die Hochrechnung von Beschlusszahlen und Stückzahlen zu den bestehenden Kreditengagements konnten Benchmarkwerte errechnet werden, die bei einer 1:1-Umsetzung von Modell K erreichbar sind. Über den Abgleich der aus der Zeiterhebung ermittelten Ist-Zeiten mit den Soll-Werten aus Modell K konnten bereits erste Indikationen über bestehende Prozessineffizienzen gewonnen werden. Dabei kristallisierte sich auch heraus, dass eine zuverlässige Stückzahlenermittlung der produzierten Mengengerüste nach der Modell-K-Systematik (GSK-, GK-, FK-Neubeschlüsse) nicht möglich war.

In mehreren Workshops wurden die gelebten Kreditprozesse mit den Modell-K-Prozessen abgeglichen und die gewonnenen Erkenntnisse in Interviews mit Führungskräften verdichtet. Ein weiterer Schwerpunkt der Analysephase war die Untersuchung sämtlicher Vertriebsprozesse und -strukturen.
Als Ergebnis der Analyse wurde der Sparkasse von Seiten der snc Bayern ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zur Verschlankung und effizienteren Gestaltung der Kreditprozesse übergeben. Die maximale Reduzierung von Mitarbeiterkapazitäten in der Marktfolge Kredit stand nicht im Mittelpunkt der Analyse. Des Weiteren wurden vertriebliche Defizite v.a. im Bereich der Baufinanzierung und der Geschäftskundenbetreuung analysiert und erste Gedankenmodelle konzipiert.
 



Anschließend wurde innerhalb der Sparkasse der weitere Fahrplan verabschiedet.
Im II. und III. Quartal brachte die Sparkasse eigenständig sogenannte Sofortmaßnahmen  auf den Weg. Im Anschluss daran widmete man sich mit Unterstützung der snc Bayern in mehreren Workshops vor allem der Neustrukturierung des Vertriebes Baufinanzierung.
Dabei wurde ein Lizenzmodell entwickelt, welches im Kern eine starke Bündelung der Beratungskompetenz auf etwa 50 Lizenzinhaber vorsieht. Geschäftsstellen mit eher geringerem Baufi-Aufkommen – und damit ohne Lizenz – werden in diesem Geschäftsfeld künftig von Baufinanzierungsspezialisten unterstützt. Die damit einhergehende Routine bei den Lizenzinhabern soll zugleich die Voraussetzung für die ab Ende 2011 geplante Nutzung von OSP Kredit im Baufi-Bereich liefern. Des Weiteren werden künftig Baufinanzierungen nach kleinteiligen Kreditanfragen bis 50 T€ (primär für Modernisierungen und Renovierungen), nach einfach strukturierten Finanzierungen – Standard-  und nach komplexen Finanzierungen – Individual – differenziert. Die kleinvolumigen Finanzierungen sollen künftig ohne Prozessinvolvierung der Marktfolge workflowgestützt und fallabschließend am Markt abgewickelt werden.
 



Mit Migration von KREBIS auf OSPlus Kredit sollen Mitte 2011 die Kreditprozesse in Anlehnung an die neu konzipierten Baufi-Produkte überarbeitet und die Schnittstellen neu definiert werden. Des Weiteren sind im Rahmen der Situationsanalyse auch Ansatzpunkte im Bestandsgeschäft aufgezeigt worden, die unabhängig von der Migration ebenfalls im Laufe des Jahres 2011 abgearbeitet werden sollen.

Diese phasenweise Bearbeitung einzelner Themenschwerpunkte ermöglicht der Sparkasse eine ressourcenschonende und zugleich individuelle Projektarbeit.
Durch die neugeschaffenen Strukturen im Vertriebsbereich Baufinanzierung ist die Sparkasse sowohl ausreichend in der Fläche vertreten als auch für die Herausforderungen in einem zunehmend komplexer werdenden Umfeld ausreichend aufgestellt.

Die Zusammenarbeit mit der snc Bayern war konstruktiv, ergebnis- und praxisorientiert.